Am 10. Juni 2010 wurde im Rahmen einer Konferenz der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung das neue Regionalbüro für Berlin, Brandenburg vorgestellt.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der die Konferenz eröffnete und in seiner Eingangsrede die internationale Anziehungskraft Berlins als „Creative City“ auf der Landkarte der Kreativstädte betonte, wies auf die besondere Rolle des neu eröffneten Regionalbüros Berlin Brandenburgs hin, das die kulturwirtschaftlichen Aktivitäten der beiden Länder sinnvoll ergänzen und optimieren soll.
Die Schwierigkeiten mit denen die Kreativindustrie zu kämpfen hat, liegen in den spezifischen Besonderheiten der Branche. Kreativschaffende weichen in ihren Wertschöpfungsketten und Arbeitsprozessen stark von traditionellen Wirtschaftszweigen ab. Neben der Vielfalt der Teilmärkte ist zudem der hohe Anteil an Freiberuflern sowie Klein- und Kleinstunternehmern charakteristisch für den kreativen Sektor.
Dieser so kleinteilige Markt ist zugleich aber auch eine wichtige Schnittstelle traditioneller Wirtschaftsbereiche, neue Technologien und moderner Informations- und Kommunikationsformen.
Um dem innovativen und wirtschaftlichen Potential der Kreativindustrie Rechnung zu tragen hat die Bundesregierung 2007 die „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ gegründet. Das Ziel: Die Kultur- und Kreativwirtschaft als eigenständiges Wirtschaftsfeld und als Wachstumsbranche zu etablieren und deren Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Etwa über eine Verbesserung der wirtschaftlichen Vernetzung innerhalb der Branche und den Zugang zu Informationen über Fördermöglichkeiten oder den Zugang zu Fremdkapital. Zudem sollen Gründer und Gründerinnen aus der Kultur und Kreativwirtschaft besser qualifiziert werden.
In diesen Kontext gehörte auch der Workshop an dem The Marketing Catalysts auf der Konferenz teilnahmen: „Organisierte Kreativität“: Wie ‚anders’ sind kreative Geschäfts- und Organisationsmodelle?
Anders eben. Hier funktionieren nicht nur klassische Managementinstrumente, sondern ganz spezifische Tools. Wachstum erfolgt eher „organisch“ als mathematisch. Interdisziplinäre Arbeit hat eine besondere Bedeutung inne, die sich auf der Dienstleistungsebene und in den Vertriebsperspektiven niederschlägt.
Und: Creatives brauchen Ansprechpartner, die sich wirklich auskennen und eine Art „Übersetzerrolle“ übernehmen – zwischen der rein ökonomischen Welt und der etwas chaotischen Kunstboheme, zwischen kühlen Zahlen und sich selbstausbeutenden, leidenschaftlichen Kreativen, zwischen starren Formularen und fließenden Denkweisen. Experten, die helfen, zwischen Kunst und Kommerz die Balance erfolgreich zu halten.