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Am 7.02.2012 war es wieder Zeit für die AYCM (All You Can Meet): wie jedes Jahr hatten sich die Berliner Netzwerke Berlin Music Commission, Create Berlin, IDZ, media.net berlinbrandenburg, Clubcommission und erstmals auch der Marketing Club zusammengetan und zu einem großen Netzwerk-Neujahrsempfang eingeladen.

Rund 400 Gästen folgten der Einladung in den Heimathafen Neukölln und wurden nicht enttäuscht: Nach einer kurzen Begrüßung durch Robert Eysoldt (Create Berlin) und Cornelia Horsch (IDZ) hielt Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky eine ironisch-humorvolle Ansprache zur Lage des Bezirkes und seinem Verhältnis zu den vielen neuen kreativen Unternehmern, die sich hier ansiedeln und entlockte damit auch dem tiefgefrorensten Gast ein herzhaftes Lachen. Mit einem Augenzwinkern blickte er auf die ruhmreiche Geschichte des Bezirks zurück und wagte mutige Prognosen für dessen Zukunft. Für Buchkowsky ist klar, dass in Neukölln, einem Bezirk mit starkem Bezug zur Medienbranche, “die Wiege der kreativen Szene der nächsten 10 Jahre liegt.”

Nach dieser kurzweiligen Eröffnung wurde das Parkett freigegeben für den eigentlichen Sinn und Zweck des Abends: getreu des Mottos All You Can Meet nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich bei kühlen Getränken, heißem Flammkuchen und feiner elektronischer Musik noch  bis spät in den Abend auszutauschen.

 

„Wie Designer die Web 2.0 Tools als Marketing- und PR-Instrumente sinnvoll zum Einsatz bringen“- unter diesem Motto gab AC Coppens von den Marketing Catalysts, am 14. September 2010 im IDZ Berlin eine Einführung in die Dos und Dont’s des Onlinemarketings für Designer.

Dass gerade unter Designern ein Umdenken im Bezug auf das eigene Marketing passieren muss, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Mit 10,6%  ist die Designwirtschaft die viertgrößte Teildisziplin innerhalb der Kreativwirtschaft in Berlin. Umso verwunderlicher dann, dass mit einem Anteil 2,17%,  die Designer das Schlusslicht im Bezug auf die Umsätze der Kreativwirtschaft bilden.

Grund sind die spezifischen Charakteristika des stark segmentierten Marktes, der geprägt ist von Mikrounternehmen mit oftmals nur 1-2 Mitarbeitern. Die hohe Dichte an Unternehmen macht es schwer sichtbar zu werden.

Hinzu kommt ein gewisses künstlerisches Understatement, auf das man häufig trifft und das einhergeht mit einer Scheu gegenüber unternehmerischen Werkzeugen wie Akquise, Verhandlungen und grundsätzlich der Kommunikation nach draußen.

Gewisse Berührungsängste bestehen auch hinsichtlich der Tools des Web 2.0. Suchmaschinenmarketing, Email Marketing, Social Media Marketing, Online-PR – bevor geschaut werden kann, welche Maßnahmen sinnvoll sind und um diese dann effektiv und geplant eingesetzt werden, muss geklärt werden, was kommuniziert werden soll. Was sind meine Stärken, was ist mein Alleinstellungsmerkmal, was sind meine Zielgruppen, die ich erreichen möchte und wer sind meine Konkurrenten?

Fakt ist, wer heute mit seiner Zielgruppe, mit vorhandenen und potentiellen Kunden kommunizieren möchte, kommt an den Werkzeugen des Online-Marketings schwerlich vorbei und wird feststellen, dass die Vorbehalte gegenüber Social Networks, Blogs, Twittern etc, meist unbegründet sind. Nicht alles passt für jeden aber wenn man das passende Marketingwerkzeug identifiziert hat schwinden die Vorbehalte und überzeugt die Wirkung.

Am 26. Juni 2010 hat Bastian Platz auf seinem Blog ein Interview mit AC Coppens von The Marketing Catalysts zum Thema Entrepreneurship veröffentlicht. Uns haben die Fragen von Herrn Platz so gut gefallen, das wir das Interview hier noch einmal  veröffentlichen:

Was ist Ihr persönlicher Blick auf Entrepreneurship?
Man wird Entrepreneur aus 2 Richtungen. Intern, was bedeutet: aus den eigenen Chromosomen heraus, man spürt, dass man etwas Eigenes, Selbstständiges unternehmen will. Oder extern, also: Es gibt keine Aussicht auf eine feste Anstellung, es geschieht aus einer Notwendigkeit heraus. Nun, es ist heutzutage wirklich eine Rarität, den Traumjob zu finden, auch wenn es ihn wirklich gibt. Entrepreneurship ist ein Weg diesen persönlichen Traumjob, in Einklang mit den individuellen Kompetenzen, Werten und Motivation selbst zu kreieren.
Wer steckt hinter The Marketing Catalysts?
Ein Team von hochmotivierten Marketing Catalysts, die Ihren Job lieben und ihn genau deshalb so geschaffen haben! Wir sind eigentlich aufgrund unserer Multidisziplinarität mehr als 3 oder 4: Ein Marketing Stratege, ein Professional Certified Coach, eine Assistenz-Perle, ein Market Analyst, ein Online Communication Profi, ein Account Manager, ein PR-Profi, zwei Künstlerinnen, die insgesamt auf über 40 Jahre Erfahrung in den strategischen Bereichen von High Tech, Film, Musik, Kultur und Design verweisen können.
Was bietet The Marketing Catalysts einem Gründer? Wie gestaltet sich so eine typische Beratung durch Sie?
Immer anders, weil jeder Coachee anders ist.
Ganz konkret: Wir bieten vor allem Guidance und einen Zündereffekt beim Start! Mit einem einmaligen Ansatz, für den wir als Orientierung ein mehrstufiges Verfahren für Start-Ups entwickelt haben, das eine Brücke schlägt zwischen dem notwendigen Business Plan, einer professionellen Präsentation und dem Sprung in die Realität des Markteintritts. Wir begleiten und lotsen durch das Marketing.
Haben Sie Kompetenzen für und Erfahrungen mit Internet-Gründungen?
Da wir mit der ersten Internet-Welle Ende der 90er Jahren angefangen haben, haben wir einiges miterlebt, begleitet und vieles gelernt, was wir in jeden Fall weiter geben können. In unserem Portfolio sind einige Projekte aus dem Web2.0 und X.0 vertreten. Alle haben eine klare Ausrichtung in der Kulturwirtschaft, denn wir sind gerade da spezialisiert, wo technologische Innovationen auf künstlerische Kreativität treffen.
Mit Computer Games?
Wenn man diese Kategorie streng abgrenzt, nein. Allerdings haben wir beispielsweise Projekte in den Bereichen Hardware für Spieler oder Sound Architecture für Games betreut.
Wie lange existiert The Marketing Catalysts schon?
Wir feiern im September unser 12. Jubiläum, in unseren wunderschönen neuen Büros in Wasserlage!
Sie sind beim Technologie/Kreativ Coaching Center als Coach akkreditiert. Wie ist die Arbeit mit diesen Einrichtungen?
Mit den Einrichtungen selbst: Unbürokratisch und vertrauensvoll.
Mit deren Kunden: sowohl im kreativen wie auch technologischen Bereich haben wir es mit innovativen Menschen und spannenden Ideen zu tun. Wir lieben Visionäre und deren Herausforderungen!
Welche Kosten kommen da auf einen Gründer zu?
Sowohl TCC als auch KCC haben ein gestaffeltes Entgeltmodell. Die ersten zwei Beratertage sind komplett kostenfrei. Auch die KfW, wo wir bei Gründer Coaching Deutschland gelistet sind, bietet gute Förderungsmöglichkeiten.
Sie hatten auf der IT Profits 6.0 einen Vortrag. Worum ging es dabei?
Was sind heutzutage die absoluten Musts für ein KMU im Bereich Social Media. In 7 Minuten geht es straight to the point! Wir stellen eine sehr verdichtete Übersicht vor, mit jeweils 2-3 unmittelbaren, pragmatischen Handlungsansätze für: SEO, SEM, Verlinkung, eMail-Marketing und Social Media Tools.
(Link zum Vortrag) [Anm.: sobald das Streaming der IT-Profits 6.0 online ist, folgt ein Link dazu]
Wo kann man Sie noch erleben?
Es stehen Veranstaltungen bei der UdK Berlin sowie beim IDZ – dem Internationalen Design Zentrum Berlin an.
Beim TCC ab Oktober wieder für eine Reihe von Seminaren.
Wo findet man Sie im Internet? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?
Alles über The Marketing Catalysts ist unter http://www.marketing-catalysts.com/ und http://marketing-catalysts.vox.com zu finden.
Da wir den größten Teil unserer Zeit unseren Kunden widmen, ist eine Mail immer der beste Weg! coppens@marketing-catalysts.com.
Welchen Rat würden Sie einem Gründungswilligem mit auf den Weg geben?
Machen, was man wirklich kann und will. Man hat nur großen Erfolg in einem Job, indem man richtig Spaß hat.
Können Sie ein Buch oder eine Website empfehlen?
Das letzte Buch, was wir gekauft haben, ist “Management von den Besten lernen”, von Frank Arnold

Vortrag von Prof. Dr. Herbert Grüner, Kunsthochschule Weißensee am 18. Mai 2010 im IDZ Berlin.

In einem sehr anschaulichen Vortrag mit dem Titel „Gründungen in der Designwirtschaft – Paradoxien und deren mögliche Auflösung“ brachte Prof. Dr. Grüner die Situation von kreativen Gründern in der Erwerbswirtschaft auf den Punkt und benannte drei Paradoxien, die so treffend waren, dass die Markting Catalysts sie hier noch einmal zusammen fassen:

1. „Mehr ist weniger“

Obwohl die Kreativwirtschaft über die Jahre ein wirtschaftliches Wachstum verzeichnen konnte, gilt dies nicht für den Einzelnen. Zu diffus und dicht ist die Wettbewerbssituation mit einer überproportional wachsenden Zahl an Teilnehmern. Dies führt zu der eben paradoxen Situation, dass ein wachsender Markt dieses Wachstum nicht an die einzelnen Akteure weiter geben kann.

2. „Erfolglos erfolgreich“

Erfolg wird von Kreativen oftmals nicht als wirtschaftliche Größe. Vergleicht man etwa BWLer und beispielsweise Designer sieht man, dass völlig unterschiedliche Maßstäbe der Bewertung von Erfolg angelegt werden. Der  BWLer misst Erfolg anhand von Wachstumsraten und Gewinnentwicklung, darauf richtet er sein Geschäftskonzept aus.

Für den Designer steht die Möglichkeit eine Idee, ein Konzept umsetzen zu können im Vordergrund. Damit verbunden, ist auch die Anerkennung durch die Peers als Maßstab für Erfolg. Der erwerbswirtschaftliche Anspruch des Designers ist zumeist daraus ausgerichtet „davon leben zu können“.

3. „Gründungen ohne Gründer“

Hier wird dem „klassischen“ Gründer, der Bedarfslücken erkennt und bewusst ein Unternehmen gründet um diese Bedarfslücken erwerbswirtschaftlich zu nutzen, die Gründung ohne Gründer des Kreativen gegenüber gestellt. Wie schon beschrieben, ist für den kreativen Gründer die Verwirklichung der ästhetischen Idee der Ausgangspunkt, es vollzieht sich eine gleitende Teilnahme am wirtschaftlichen Verkehr. Dem kreativen Gründer fehlt oftmals ganz klar eine unternehmerische Haltung.

Dazu kommt, dass Design als wertschöpfendes Element oftmals zu gering bewertet wird.

Über diese Wertschöpfung von, durch und mit Design im erwerbswirtschaftlichen Kontext muss Klarheit geschaffen werden. Es gibt also einen ganz klaren Gründungsauftrag für Designer und ihre Kunden. Designer müssen den Mut haben, den Wert ihrer Arbeit zu benennen. Dies erfordert Lernen, sowohl auf Seiten der Kreativen als auch auf Seiten der Kunden.

Besser könnten wir das nicht formulieren. Danke an Prof. Dr. Grüner für die freundliche Genehmigung, über seinen Vortrag zu berichten.