Die Kultur- und Kreativwirtschaft leistet einen entscheidenden strategischen Beitrag zur Innovationsfähigkeit von Wirtschaftsräumen. Die einzelnen kreativen Teildisziplinen inspirieren sich gegenseitig, so entstehen an Schnittstellen unterschiedlicher Disziplinen zukunftsgerichtete, innovative Unternehmen und Projekte.
In den letzten Jahren ist auch in der Politik das Bewusstsein dafür gewachsen, welchen Beitrag die Kultur- und Kreativwirtschaft für Wirtschaftsräume leistet. Sowohl auf lokaler Ebene in Deutschland als auch auf EU-Ebene wurden Initiativen gegründet, die dieses Bewusstsein widerspiegeln.
Für Berlin war der erste Berliner Kulturwirtschaftsbericht in 2004 entscheidend.
Als Teil der Innovationsstrategie des Berliner Senats entstand das Cluster „Kommunikation, Medien und Kulturwirtschaft“ – ein regionales Netzwerk der Akteure, als Hilfestellung im Standortwettbewerb.
Dieses Netzwerk hilft auch, spezifische Probleme der Kreativwirtschaft aufzufangen.
Eine der Schwierigkeiten ist die charakteristische, starke Segmentierung der Kreativwirtschaft in diverse Teilmärkte (Architektur, Buchmarkt, Design, Film, Kunst, Darstellende Künste, Musik, Presse, Rundfunk, Software/Games, Werbung) und die überproportional wachsende Zahl an Markteilnehmern aufgrund der zunehmend selbständig Tätigen und Ein-Personen-Unternehmen.
Aus diesem Grund wurden Initiativen für die Förderung von multidisziplinärer Zusammenarbeit in “Grenzbereichen” (bzw. Bereichen an den Schnittstellen) ins Leben gerufen (Projekt Zukunft, Bundesregierungsinitiative für Kultur- und Kreativwirtschaft).
Seit 2000 ist die Zahl der in diesem Bereich tätigen, meist kleinen und mittelständischen Unternehmen um 43% auf rund 29.000 gewachsen. Auch wenn aufgrund der Wirtschaftskrise die Zahl der festen Mitarbeiter von 2008 auf 2009 um 2,5% sank, waren hier in 2008 doch über 121.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftige tätig, rechnet man die geringfügig Beschäftigten und Selbständigen dazu, kommt man auf rund 223.000 in diesem Bereich Tätige. Am stärksten hat sich im letzten Jahr die Designwirtschaft gezeigt, hier konnte ein Wachstum von 16% verzeichnet werden.
Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung erwirtschaftete das Cluster „Kommunikation, Medien und Kulturwirtschaft“ in 2008 einen Umsatz von rund 22,3 Mrd Euro. In Berlin erreichten die kreativen Teilmärkte gemeinsam einen Anteil von rund 15% des Gesamtumsatzes der lokalen Wirtschaft.
In Berlin gibt es ein beständig gewachsenes Bewusstsein dafür, welche Bedeutung die Kreativwirtschaft für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort hat.
Andere Städte, nicht nur in Deutschland, müssen diesen Schritt noch gehen und einen Wandel in der Wahrnehmung ihrer Kreativen vollziehen.
Ein Beispiel ist hier Zürich, die amtierende Stadtpräsidentin Corine Mauch stellte unlängst wieder fest, dass Zürich die Rahmenbedingungen für die Kulturschaffenden in der Stadt verändern muss, will man vermeiden, dass es weitere Abwanderungen Kreativer aus Zürich nach Berlin gibt.
Auch Zürich ist eine Stadt voll kreativem Potential und innovativer Ideen – Grund genug für The Marketing Catalysts langsam auch in Zürich Fuß zu fassen.